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Shopping: Party like Rodarte & Co.
Runway: Rodarte, Marchesa Notte/ Glitzerballerinas, silberne Schnürer, Perlentop, Lederrock, Ohrringe
Hand aufs Herz: Wer von euch hatte als 15-Jährige ein Partytop? Vielleicht gab’s das nur bei mir, aber gingen meine Freundinnen und ich shoppen, hielten wir immer nach einem ganz besonders schönem Oberteil Ausschau. Ob mit Glitzersteinchen, Spitze oder Rüschen: Das eine Oberteil, welches man nur zum Weggehen anzog. Feierlich wurde es dann Freitagabend herausgekramt, stundenlang mit den Freundinnen geschminkt und fertig gemacht und dann sich wunderschön fühlend die Nacht durchgetanzt.
Zur Weihnachtszeit sprießt es in den Läden voller glitzernder Partyessentials, aber kauft die wirklich jemand? Denn geht’s heute, egal zu welcher Jahreszeit, zum Feiern, unterscheidet sich mein Outfit wirklich nur minimal zum Alltag. Tshirt, Jeans, Ankleboots – als besonderes Accessoires vielleicht Armreifen, Ohrringe oder eine auffällige Clutch. Seit wann ist Weggehen eigentlich so unspektakulär geworden? Liegt’s am Alter? Blickt man nach London oder Paris kann das eigentlich keine Erklärung sein, schließlich feiern die Briten gerne im Super-Mini und die Französinnen packen ihre High Heels aus, wann immer es geht. Und selbst Carrie & Co. gingen Ende der 90er-Jahre niemals, wirklich niemals so normal auf die hippste Party der Stadt. Wäre das in einem Sex and the City 2015 genauso oder würde Carrie 2.0 eine Jeans mit Tshirt bevorzugen? Die Frage ist also: War das mit 15 Jahren und dem Partytop eine klare Teenie-Action oder vielleicht doch eine Zeitgeistphase?
Runway: Rodarte, J.Crew, Julien MacDonald
Get the party started. Das denken sich wohl auch die Designer der Herbst-/Winterkollektionen. Vorbei ist der dezente Minimalismus, der so schön Day and Night tragbar ist. Adieu Bequemlichkeit und Casual Look. Geht es nach Rodarte, Julien MacDonald und Marchesa Notte ist die Ansage klar: Die Nacht soll wieder funkeln und glitzern. Zugegeben, im Deep-V-Neck-Glitzer-Minikleid sehe ich mich noch nicht die Nächte durchtanzen, aber das Aufbrezeln, das sich in Schale schmeißen, das hat was. Lassen wir doch Tshirt und Jeans mal zu Hause, und schmeißen uns in den (bequemen!) Rock, der viel zu selten getragen wird, und die Absatzbooties. Und die Ohrringe, die eigentlich viel zu opulent sind, tragen wir künftig öfter, statt immer nur an Silvester, dieser einen vermeintlichen Nacht des Jahres.
Collage: Kette, blaues Kleid, silberne Ballerinas, Pailettenrock, Fransentasche, Kittenheels, Ohrringe, schwarzes Kleid, Pailettenkleid
Noch sind die Onlineshops – sagen wir mal – etwas dürftig befüllt. Die Feier- und Ballsaison ist ja gerade auch erst vorbei. Ich traue mich aber wetten, dass spätestens ab August uns die ersten bunten (!) Pailetten-Blazer um die Ohren fliegen. Und vielleicht, ganz vielleicht, greife ich dann auch zu – denn gerade im J.Crew-Stil kann man diese neue Opulenz schön umsetzen. Bis dahin nehme ich mir aber vor, beim Weggehen künftig ruhig mal eine Schippe draufzulegen. Und ihr so?
Photocredit: Style.com
4 Antworten zu “Shopping: Party like Rodarte & Co.”
Ohja, das gute alte Partytop. Ergattert wurde es meist bei Pimpkie, H&M oder Tally Weijl und je mehr Pailetten, desto besser!
Ich LIEBE es wie eure Texte geschrieben sind! Leicht zu lesen aber doch sehr wortgewandt und amüsant. P.S: ich hatte solche Party Tops mit 15 aber trage auch heute noch zum feiern gehen gerne ausgefallenere Sachen und High Heels. xx http://lesfactoryfemmes.com/
ich trage auch eher ausgefallenere Sachen zum weggehen, Pailletten-Heels zur Jeans, Glitzertop zur simplen schwarzen Hose oder ähnliches. Ich liebe es mich schick zu machen….deshalb habe ich auch gar nichts gegen diesen Trend :)
LG Jenny
Oh ja das Partytop kenne ich auch nur allzu gut. Auch wenn meine Paillettenphase vorbei ist, trage ich ich immer noch „Partytops“ (ob ein schwarzes Camisoletop noch in die Kategorie fällt…?) um meine schwarzen Skinnyjeans und meine flachen Schuhe ein wenig ausgehtauglicher, zu machen ;)